| Von Sylvia Böhm-Haimerl
Starnberg - Eine Umfahrungslösung könnte für Starnberg
die größten Entwicklungsmöglichkeiten bieten. Dies ergab die Bewertung
Starnberger Verkehrslösungen auf der zweiten Runden-Tisch-Veranstaltung nach
den Kriterien Wirksamkeit und städtebauliche Entwicklungspotenziale in der
Schlossberghalle.
Je weiter eine Verkehrslösung von der Stadt entfernt sei, umso besser
seien die Entwicklungsmöglichkeiten für Starnberg, fasste Bürgermeister
Ferdinand Pfaffinger die Untersuchungsergebnisse von August Janello und Albert
Blaumoser zusammen. Er wies aber darauf hin, dass in die Bewertung nur zwei der
insgesamt acht Beurteilungskriterien eingeflossen sind. Die Beurteilung könnte
sich seiner Ansicht nach wieder ändern, wenn auf der nächsten Runden-Tisch-Veranstaltung
am 28. Mai die Kosten, sowie die technische Machbarkeit behandelt werden.
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"Bis dahin müssen wir klären, ob es möglich ist,
eine Straße durch FFH-Gebiet zu bauen", sagte Pfaffinger vor dem Hintergrund,
dass die Trasse der OPLA-Umfahrung (Redwitz/Graber) rund 200 Meter über Naturschutzgebiet
verlaufen soll. Beeindruckt zeigten sich die rund 100 Zuhörer
von der Verkehrssimulation am Computer des Verkehrsexperten August Janello. Nach
Janellos Prognose ist die OPLA-Umfahrung die einzige Verkehrslösung, die
sämtliche Verkehrsbeziehungen gestattet und auch in Spitzenzeiten keinerlei
Probleme bereitet. Die Tunnellösungen bedienen den Durchgangsverkehr am besten,
allerdings wird es am Flaschenhals Nordausgang weiterhin einen gewissen Rückstau
geben. Außerdem werden Hanfelder und Söckinger Straße nicht entlastet.
Die Kombination der Tunnellösungen mit der Westspange bringt indes nur eine
geringe Verbesserung, wobei der Seetunnel bei den meisten Punkten besser abschneidet,
als der B2-Tunnel. Ein weiteres Urteil Janellos, das viele Bürger |
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überraschte: Sogar die Westtangente alleine bringt in Spitzenzeiten
eine Entlastung für Starnberg. Die Auswertung nach dem Zeitfaktor
ergab, dass ein Kfz heute 20 Minuten durch Starnberg benötigt, bei der OPLA-Lösung
11 Minuten und bei der Seetunnellösung nur fünf Minuten. Die anderen
Lösungen liegen dazwischen. Bei der Verkehrsdichte schnitt die OPLA-Lösung
mit 22 Fahrzeugen pro Kilometer (aktuell 90 pro Kilometer) am besten ab. Janellos
Fazit: "Jede Lösung ist besser als die bestehende." Um Starnberg von Barrieren
zu befreien, plädierte Albert Blaumoser, der die städtebauliche Entwicklung
bewertete, für die Umfahrung, sowie eine Tieferlegung der Bahn. Tunnels bezeichnete
er als nicht nachhaltig, da sie nur das Zentrum, nicht aber die Zufahrtsstraßen
entlasten: "Wir sollten an die Zukunft denken und keine Lösung aus Verzweiflung
wählen." Starnberg brauche eine Lösung, die Entwicklungsmöglichkeiten
biete. |